Donnerstag, 12. Juni 2008

Marhabteen SaHibuh!

Vierzehn Tage bin ich nun schon wieder unterwegs Zeit fuer einen wenn auch kurzen Rueblick auf Kairo.
Vieles habe ich in "der Starken" gesehen, vieles blieb aber auch in dieser riesigen Stadt ungesehen.

Viele male besuchte ich ich Al Qahira qadima islamiya, den den traditionellen durch den grossen Suq gepraekten Teil Kairos mit dem den beiden grossen Moscheen im Zentrum die vom Khan Khalilli umgeben sind. Im Sueden beherrscht die maechtige von Salah al Din begruendete Zitadelle die Gegend. Weiter suedlich beginnt die weidlaefige suedliche Todenstadt, in der alleine zwischen (!) 50000 und 500.000 Menschen leben sollen. Die nordliche Todenstadt, die ich ebenfalls besuchte grenzt im Osten an den Al Azhar Bezirk an. Dazwischen liegt eine der wenigen wunderschoenen Gruenoasen der Stadt - der Al-Azhar Park. Dieser muss vor einigen Jahren eine ueble Muellkippe gewessen sein, der mit Hilfe der Agha Khan Stiftung renaturiert wurde. Die Todenstaedet entprechen nicht unseren Vorstellungen eines Friedhofes, wie ich oben schon andeutete. In den zahlreichen Mausolen, denen teilweise Moscheen angeschlossen sind, wohnen ganz nur mal Menschen, die meist alsinformelle Waechter der zahlreichen Grabstaedten agieren und dadurch durch die Besitzer der Grabstaetten tolleriert werden. Meist sind Menschen aus den aeusseren Bezirken mehr in die Stadt zurueckgezogen sind um der dort kursierenden drastischen Armut und Wohnungsloskeit zu entgehen.

Wieder mehr in Richtung Suq befindet sich die wunderschoene Ibn Toulun Moschee, die ihre alleine durch die architektonische Schlichtheit besticht. Sie ist die (zweit(?)aelterste Mosche Kairos und wurde seit ihrem Bestehen kaum verandert. Ibn Toulun fuehrte dabei den Spitzbogen als neues architektonisches Element, dass sich 200 Jahre spaeter in Form der Gotik durchsetzen wird. Es ist ein absolut friedlicher Ort in dieser sehr lebhaften und lauten Stadt. Ein guter Ort um die Gedanken etwas kreisen zulassen, auszuspannen oder auch zu meditieren.

Im Suq zurueck bewegte ich mich durch die zahlreichen Gassen, vorbei an Kauflaeden, Souvenier-Shops, Kaffes, Werkstaetten, Handwerksbetriebe, Garkuechen und so weiter. So idyllisch dies alles wohl auch klingen mag, aber das Leben im Suq ist Schwerst Tagtaeglich bahnen sichLastentraeger, Haendler und tausende Andere ihren Weg durch das Gewuehl der der sengenden Sonne Aegyptens.

Die moderne City beherrscht das andere Gesicht Kairos mit ihren zentralen Plaetzen Midan Ramisis und Midan Attaba in denen taglich 24 Stunden die Hoelle los ist. Mit dem Midan Tahrir, der Nahe am Nilufer liegt, ebenso von tausenden von Autos und Bussen passiert wird. An welchem das Aegyptische Museum liegt, von dem die Sharia Talat Harb uber den Midan Talat Harb zum Midan Orabi zieht und dort zur Sharia Orabi wird, die dann wiederum in die Sharia Ramisis Richtung Midan Ramsis einmundet. Im Untergrund ziehen sich zwei Metrolinien durch die Stadt. Die Ausstiege an den zentralen Platzen der Weststadt nennen sich Mubarak (M.Ramsis), Nasser, und Sadat (M. Tarir). Daraus wird wohl schon die Bedeutung dieser Plaetze fuer die Stadt klar. Alle Insitutionen die fuer die Stadt und Aegypten als bedeutend erscheint, scheint sich um diese Plaetze zu scharren. Sei dies die American University in Cairo, das riesige Verwaltungsgebaede Morgama oder das Gebaude der Arabischen Liga am Midan Tarir. In dessen Naehe beginnt auch das Regierungsviertel der Stadt.

Abends bewegen sich wiederrum tausende durch die Talat Harb sie die zentrale Flaniermeile, deren Geschaefte und Kaffes bis spaet in die Nacht geoeffnet haben.

Ich besuchte aber auch das Koptische Viertel Mari Girgis in Al Qahira Qadima, dem altersten Teil Kairos. Schoen ist dort christlich-orthodoxe Froemmigkeit zu erleben, mit dem wesenlich groessem Bedurfniss und Zugestandnis, auch heilige Gegenstaende beruehren zu duerfen. Ich finde wesentlich mehr Bezug zur Leiblichkeit, das den Kirchen im Westen ueber die Jahrhunderte verlohren ging. Etwas weiter entfernt besuchte ich auch die Butrosiea, die Begraebnisskirche in denen der ehmalige Premier (um 1900) und Grossvater von Butros Butros Ghalie begraben ist. Dort lernte ich einen aelteren Herren kennen, der mich durch die Peter und Paul geweihte Kirche fuehrte und mir die koptische Schrift erklaerte.

Am ersten Sonntag besuchte ich The Egyptian Modern Art Museum. Schon die schonen Ausstellungsraeme sprechen fuer sich. Eine ansprechende Ausstellung Moderner aegyptischer Kunst.

Von meiner Fahrt auf dem Jabal Moukatam habe ich bereits berichtet. Nach etwa 10 Tagen wurde es das erste Mal Zeit Kairo zu verlassen. Ich besuchte die alterste Pyramide Aegyptens und weltweit in Sakkara, welches etwas 30 - 40 km suedlich von Kairo gelegen ist. Ein sehr beeindurckender Ort. Im Norden sind im Wustendunst die Pyramieden von Giza zu sehen. Eine ehrfurchtserweckender Anblick. Dort befindet sich das ImHotep-Museum. ImHotep war der Architekt der ersten Pyramide, eine Stufenpyaramide, und Grosswezir von Pharao Dioser. Das ganze vor 4500 Jahren. Es ist eine kleines aber sehr feines Museum altaegyptischer Artifakte. Ein Besuch lohnt sich auf jedem Fall. Weiter besuchte ich die noch etwas suedlich gelegende Pyramieden von Dashour.

Zurueck in Kairo reise ich am uebernaechsten Tag nach Alexandria. Einer Stadt am Mittelmeer, dich sich nach 11 Tagen Aufenthalt, durch ihre groessere Gelassenheit von Kairo angenehm unterscheidet. Leider war nur wenig Zeit. Ich ging dort aber gut essen. Sah die neue Bibliotek von Alexandria von aussen und spazierte die Cornisch entlang. Es gab Ueberlegungen von Alexandria entlang an der Mittelmeerkueste weiter nach Port Said und Suez zu fahren um von dort nach Nuweiba zu kommen, aus Zeit und Kostengruenden entschied ich mich aber anders. Dagegen fuhr ich Abens nach Kairo zurueck um am spaeten Abend anschliessend sofort mit dem East-Delta-Bus meine Reise nach Nuweiba (Sinai) fortzusetzen. Die Fahrt von Kairo nach Nuweiba dauerte acht Stunden. Um sieben Uhr morgens kam ich dort und um dort nur wieder auf die Offnung des Ticketschalters fuer die Faehre nach Aqabah zu warten. Vorteil des Wartens war, dass ich dort nette Menschen kennenlernte und wir gemeinsam die Abfahrt der Fahre abwarteten. Das Warten darauf zog sich hin. Letztendlich waren wir um 21 abens endlich in einem Hotel in Aqabah. Im ganzen war ich 23 Stunden unterwergs, der - inshalla- wohl muehsamste Abschnitt meiner Reise. Der Aufenthalt in Aqabah hatt sich gelohnt. Sehr entspannend, verz relaxing. Wir besuchten ein sehr empfehlenswertes Seafoodrestaurant. Sahen am naechsten Morgen bei einem frischen Fruchtsaft, Kahwa (arabischen Kaffe) und etwas Brot auf den sonnigen Golft von Aqabah und auf die "Schwesterstadt" Elat in Israel. Spaeter blieb ich alleine in Aqaba zurueck, nutzte die Zeit meine Waesche zu waschen, einige Stunden am Meer zu verbringen, abend etwas zu joggen, nochmal das Seafood-Restaurant zu besuchen und noch einige Fruchtsaefte zu trinken. Am naechsten Morgen (es war schon Mittag) brach ich ich mit dem Bus nach Amman auf. Die Fahrt dorthin dauterte 5 Stunden ging abseits der "Koengsstrasse" meist durch oedes flaches Wuestengebiet. Von Amman setzte ich mit einem Sammeltaxis, wir waren allerdings nur zwei Fahrgaeste uber die Syrische Grenze ueber. Es war schon spaet in Amman und der Reisebeginn zog sich hin, auf dessen Einzelheiten ich jetzt nicht eingehe, vielleicht spaeter. Letztendlich war ich um 22.30. h in Damaskus. Kam in einem Hotel unter das sich als ziemliche Absteige erwies und bin jetzt erst nochmal auf Hotelsuche.

So far.

Somit ende ich hier mit meinem Bericht und werde mich in den naechsten Tagen nicht melden, da ich mich ganz auf Syrien konzetrieren will. Melde mich spaeter wieder, spaetestens waehrend der naechsten Etappe.

Seht mir etwaige Tippfehler nach, Mir gehts gut!


Jalla Beye!

Dienstag, 10. Juni 2008

Kairos Verkehr

Mit dem Strassenverkehr in Kairo ist es so eine Sache. Erstens: Man kann uberleben. Wenn man das Ding etwas raus hat, dann wird das zum Sport ''wie komme ich am schnellst ueber die ewig breite Strasse?''
Zweitens, das Leben ist kein Ponnyhof und schon gar nicht auf Kairos Strassen. Es macht auf jedem Fall den den Anschein, dass der tagtaeglichen Strassenverkehr nicht die Kenntnisse der Verkehrsregeln (welche Regeln?) oder die etwaige Sehtauglichkeit notwenig macht, mehr ist die Beweglichkeit des Fingers oder der Hand womit die Hupe betaetigt wird von Bedeutung. Die Ampeln stehen eh nur zur zweifelhaften Zierde herum. In Kairos Strassen gilt jedemfalls der hobbsche Satz "homo homini lupus Der Mensch ist des Menschen Wolf". Als Fussgaenger sollte man auf jedemfall gesunde Beine haben und bei Gegebenheit schnell rennen koennen. Was die Fahrtauglichkeit betriff, nur so viel dazu. Das Licht wird auch in Dunkelster Dunkelheit nur im aussertsten Bedarfsfall benutzt, wenn es ueberhaupt noch funktionsfaehig ist. Es ist aber auch nicht so, dass Kairos Strassen im Uberfluss ausgelaeuchtet sein wuerden. Als Fussgaenger sollte man also auch gute Augend besitzen und nicht nachtblind sein. Ohne Licht bewegen fahren natuelich auch die Zweirader, dazu natuerlich ohne jeglichen Schutz. Aber was red, ich ich bin hier ja nicht in Almania. An die Geschwindigkeitsbegrenzung haelt sich, falls es eine solche ueberhaupt gibt scheint die keiner zu beachten . Das konnte ich eindruecklich auf der Fahrt mit dem Sammeltaxis von Alexandria zurueck nach Kairo erleben. Fuehrerscheine koennen uebrigens in Aegypten gekauft werden. Noch Fragen?

Aber ich lebe noch. Und zuEurer Beruhigung: Inzwischen habe ich Aegypten verlassen, halte mich derzeit im ruhigen wirklich relaxten Aqaba auf und bin auf dem Weg nach Syrien.
Die meisten der Kairoaner, die ich in den letzten Tagen begegenete, sind mit reichlich Temperament gesegnet. Dass sie sich anschreien gehoert zum Alltag . Hier bruellt jeder mit jedem, jung mit alt, Frau und Mann, Maenner mit Maennern (das sowieso),Reiche mit Armen. Problemloesugungsstrategien sehen so aus, sich erstmal zehn Minuten anzuschreien. Das geht so weit, dass man meine koennte, die Beteiligten gehen sich im naechsten Augenblick an die Gurgel. Blut habe ich aber bislang noch nicht spritzen sehen. Auch leichtere Verkehrsunfaelle werden mittels dieser zwischenmenschlichen Art ohne Polizei geregelt, wie ich es beobachten konnte: Ein jugendlicher Radfahrer machte die unliebsame Bekanntschaft mit einem Auto eine Kairoaners, das, auch das gibt es in Kairo, noch ganz fahrtauglich schien. Nach dem ersten Schock, kam der Fahrer des PKW wie eine Furie aus seim Wagen fauchte den etwa 13 Jaehrigen an (wahrscheinlich waehrend der zweiten Schockphase), dieser fauchte erstmals ordentlich zurueck. Das ganze ging dann etw fuenf Minuten hin und her bis zwei Schlichter zu Hilfe kamen. Nachdem die Lage etwas beruhigt werden konnte stieg der Autofahrer etwas eingeschnappt wieder ein, der Knabe grinsend auf sein Fahrrad und die Sache war gegessen.

Aber auch ohne jeden Aerger ist fast gezwungen gegen den Laerm der Stadt anzuschreien. Natuerlich gegen laufende laufende Huberei und das Geroehre in den Strassen Kairos. Beides kommt in Kairo nie zur Ruhe. Dann muss man seine Stimme gegen die unvermeidlichen, bis zum Anschlag aufgedrehten Videospots allerorts ankaempen. Nicht zu vergessen die fliegenden Haendler und Strassenverkaeufer, die ihre Waren ueberlaut, teils mit diversen elektrisch akustischen Geraete anpreisen. Das koennte man als als battle shouting bezeichen, indem sich die gegebenueberstehenden Strassenhaendler, meist junge Maenner zwischen 15 und 30, um Aufmerksamkeit zu gewinnen zu uebertrumpfen suchen. Meist steigen dann um diese Staenden herum ganz unvermittelt und spontan Parties, mit lautem Arabic Pop.

Und nicht zuleztzt die allgegenwaertigen Rufe des Muhezins, beginnend zum Anbruch der Daemerung amfruehen Morgen bis zum Eintritt der Nacht . Dabei reicht, je nach musikalischem Geschick, die Spannweite der melodischen Qualitaet fuer westliche gestimmte Ohren, von sehr schoenen Tonfolgen in gemaessigter Lautstaerke bis nur nach schraegen, heiseren Toenen die ich nur noch als Krach bezeichnen wuede.

Samstag, 7. Juni 2008

Zum Jabal Mokhatam

Beim Durchblaetern meines Reisefuehrers entdeckte ich zwei unterschiedliche Sozialprogramme, welche den Muell der Stadt und der Menschen die davon leben, betrafen. Zum einen ist dies das koptische Kloster St. Samaan zum anderen die Association for the Protection of the Environ ment (APE) . Beide entwickelten Programme, welche sich die Aufgabe stellten, das riesige Muellaufkommen sinnvoll zuverwerten und der daraus hervorgehende Ertrag den meist aermsten der Armen in Form von Schulen, Krankenhausern u.a. zugute kommen soll. Beide Projekte sich auf dem Jabal Mochatam gelegen, einer Anhoehe die sich ueber Kairo erhebt und in deren Gegen uralte Steinbrueche liegen. Ein Blick uber die Umgebung ruft leichtes Beklemmungsgefuehl hervor. Ein ein unuebersehrbares Hausermeer im Osten wie im Weistenhebt sich aus dem dichten Abgasdunst Kairos hervor. Die Fahrt auf den Jabal und die gleichnahmige Siedlung erwies sich muehsamer als ich dachte. Erstens kam es mir teurer als ich dachte. Das lag wohl auch an der spontanen Taximitfahrt. Es erweist sich immer besser vorher konkret nachzufragen und den Preise auszuhandeln. Ein zuvor vereinbarter Termin mit einem Beschaeftigen des APE kam leider nicht zu stande. Zwar war ein konkreter einen Zeitpunkt aber kein konkreter Ort vereinbart. Die mehrmaligen Versuche meinen Gespraechspartner telefonisch zu erreichen, schlugen fehl. So konnte ich ueber die weiteren Hintgruende nichts weiter in Erfahrung bringen. Nach laengerer Suche und Durchfragen erreichte ich das Kloster St. Samaan. Ein weitlaufiges Areal umgibt das Kloster mit den den in Fels geschlagende Freiluftarenen, die bis zu zwei Tausend Pilger fassen sollen. Ein Kreuzweg in Stein gehauene Fresken sind zu sehen. Die steilansteigenden Wege zum Kloster mit der umgebenden Siedlung, sind volll von Muell. Bis zum Anschlag bepackte Pick Ups und Kleinlaster, transportieren den sackweisen Muell in spezielle Hallen, in denen er offenbar weiterverarbeitet und wiederverwertet wird. Dies alles geschieht Wand an Wand zu den Raeumen der Bewohner. Schwerarbeitende vor Dreck starrende Menschen sind zu sehn. Andere stehen tatlos herum oder sitzen in den Kaffees in den dortigen Kaffes. Die Luft riecht faulig. Ein Anblick der sehr gewoehnungsbeduerftig ist.

Donnerstag, 5. Juni 2008

In den Suq

Um so mehr ueberrascht es, wie schnell dieses Tohuwabohu der Strasse verblasst, der Laerm nachlaesst, je weiter man in den traditionellen Suq Kairos vordringt. Schon nach den einigen Metern hinter den Bazaren am Anfang ist davon so gut wie nichts mehr zu hoeren und es eroeffnet sich eine ganz neue, andere Welt mit ihrem feinen unuebersehbarem Geflecht von Gassen und engsten Durchgaengen. Verkauft wird im Suq alles was es gibt, Massen von Kleidern und Anziehbedarf fuer Klein und Gross, Haushaltsgegenstaende aller Art, Spielsachen, immer wieder Gewuerzstaende oder Haendler die Obst und Gemuesse anbieten. In diesem Bereich findetet man keine Souvenierartikel . Dort bin ich der eingige Fremder , unter dem ganzen Gewuel von Kaufenden und Verkaufenden. Anfangs war es schwer mich zurecht zufinden. Die Orientierung (ich erwaehnte es) verlor bald. Es dauerte einige Zeit bis ich das Systems des Suqs erkannt und mir einige Landmarks ins Gedaechtnis rufen konnte, an denen ich mich orientiere. Teils sind die Durchgaenge so eng und so verhangen, dass der Weg erst einige Zentimenter vorher offensichtlich wird. Die Wege sind verwinkelt, andern kurzfrist ihre Richtung und verschwinden ploetzlich im Dunkeln. Die Enge kann zeitweise beklemmend weden. Auch dort bin ich nicht allein sondern bin mit (ungelogen Tausenden unterwegs). Im Prinzip ist der Suq jedoch in einem vergleichbar einfachem System aufgebaut. Die Laengsachse verlauft ziemlich genau von von Nord nach Sued. In der Mitte Teilt die Sari al Azhar den Suq in einen Nord und Suedteil. Die Wege des Suqs von Nord nach Sued werden durch die nach Osten verlaufenden Wege jeweils gekreuzt, wenn man das System so einiger Massen raus hat, findet man sich verhaeltnissmaessig leicht zu recht. Im Norden der der Suq allmahlich in den Khan el Khalili ueber. der Khan umgibt das Zentrum des Suqs. Hier treffen sich die Suna und die Shia des Islam. Dort liegt der Al Azhar Komlex mit der Grossen Moschee und der Al Azhar Universitaet. Er stellt mit dem Sheik die wichtigste Institution des sunnitischen Islam welt weit dar. Gegenueber auf der anderen Strassenseite befindetet sich die Hussein Mosche welche ein bedeutendes Heiligtum der Schiiten ist. Beide konnte ich betreten und einig Zeit in der Moschee verbringen. Keine Selbstverstaendlichkeit war dies zumindest im Fall der Hussein Moschee. Dieser Ort ist fuer Nichtglaeubige in der Regel tabu.

Mir geschah es dass nach dem ich laenger auf dem Teppich sass, ein aelterer Mann auf mich zu kam und mir eine Schale Wasser anbot.

Eine schoene Geste finde ich.

Das tagtaegliche Chaos

Es ist unglaublich, was diese Stadt an Menschenmassen umherwirft. Sei es im Untergrund oder an der Oberflaeche. In Fahrzeugen aller Art, Minibussen, wildgeworden, fuer europaesche Verhaeltnisse meist voellig fahruntaugliche Taxis (und sie fahren doch), PKWs oder LKWs aller Art. Aber auch mit sonst allem was Raeder hat, sei es mit Motorraedern, Esels oder Sackkarren sind viele unterwegs oder eben zu Fuss. Die Stadt scheint sie zu fressen und wieder auszuspucken. Tausende, zehn oder hunderttausende vielleicht auch Millionen passieren die zentralen Verkehrsknotenpunkte der Stadt, wie zum beispiel den Midan Ramis oder den Attaba, und das Tag wie Nacht. Dies geschieht nicht lautlos. Kontinuierlich ist das grelle Schreien der der Taxi und Busfahrer zu hoeren, dazu kommen die fliegenden und bleibenden Strassenhaendler, die ihre Waren im Wettbewerb unueberhoerbar laut anpreisen. Nicht zu vergessen dass Pfeifen der Verkehrspolizsten, das aufheulen von Sirenen (allerdings erstaunlich wenig im vergleich zu einer Stadt wie Rom) das Roehrend der Motern und das unentwegte Gehupe. Die Autohupe gewinnt, je man den deutschsprachigen Raum auf dem Weg nach Sueden zuruecklaesst, an Bedeutung. Praktisch der wichtigste Teil eines Fahrzeuges ohne dem es nicht zu gehen scheint. Dies alles vermengt sich zu einer riesigen Kollage von Larm, Chaos, Russ und Staub, durch welche sich die Massen tagtaeglich zu jeder Stunde durchmuehen.

Dienstag, 3. Juni 2008

Liebe Leute!



Jetzt bin ich schon wieder eine Woche in Al Misri (Aegypten) und die Zeit rieselt wie der Wuestensand. Und Wuestensand gibt es in diesem Land, in der Nil praktisch die einzig bedeutende Wasserqelle ist, zur Genuege. Der Nil stellt ueber viele tausend Jahre die Lebensader, praktisch die Aorta dieser einstigen Hochkultur dar. Aegpten ist der aelsteste Nationalstaat (China kam spaeter) In seinen weitesten Expansionen breitete sich Aegypten als Grossreich bis weit nach Mesopotanien und in den Sudan aus. Der kulturelle Einfluss auf die Entwicklung der verschiedenen Zivilisationen im Mediterrananen Raum war noch wesentlich bedeutender. Alleine die die zeitlichen Ausmasse uebersteigen dabei meine Vorstellungsgrenzen. Die dynastische Epoche dauerte etwa 3000 Jahre) die Hochzeit der Pharaonischen Zeit etwa 2000 Jahre. Cheops, Hatschepsut, Echtanon und Rameses nur wenige Bekannte unter den Vielen.

Bluetezeit mit ihren Errungenschaften und Wundern, aber auch mit Leid und Blutvergiesen, wurde spaeter, so meine ich, nie mehr erreicht. Viellmehr litt Aegpten lange unter der Ausbeutung der jeweiligen Herrscher. Die Araber gaben Agypten eine neues auch sehr faszinierendes Gesicht. Das konnte ich in den letzten Tagen mit eigenen Augen sehen und ich war sicher nicht das letzte mal dort. Das islamische Viertel ist riesig und wer mich ein bisschen besser kennt kann sich vorstellen, wie es sich mit meiner Orientierungsgabe verhaelt. Kompass ist auf jedemfallsnicht mein Zweitname.


Wer mit mir schon mal unterwegs war, macht mindestens zwei Erfahrungen: Erstens laufe ich meist den BegleiterInnen mit kuerzeren Beinen zu schnell. Das sind halt mal meist die Frauen (wem s jetzt zu chauvinistisch wird ueberlist dies mal lieber ganz schnell). Dabei halte ich mich doch nur an das ungeschriebene kulturelle Gesetz im arabischen Raum, dem folgend maennliche Teil voranzugehen und den Weg zu weisen hat. Die zweite ist die, das ich mit meinem wackern Vorangehen, eher konfus verhalte. D.h. das ich nach etwa einer viertel Stunde zunehmender Unsicherheit am Ende zugeben muss, dass ioch auch nicht mehr weiss, wo der momentane Standpunkt ist. Meinen Fuehrungsqualitaeten zum Schaden. Gottseidank nerve ich diesmal wenn nur mich. Dies halt sich aber auch in Granze. Ich geniese die Zeit hier und bin viel unterwegs. Jetzt habe ich Euch noch immer nicht erzaehlt, was ich den ganzen schoenen Tag treibe? Mehr davon das naechste Mal. Die Reise ist ja noch lang und die Seiten muessen sich fuellen, gell !?((:

Morgen besuche ich ein Projekt der sogenannten Muellmenschen in Kairo, ich denke das wird spannend. Heute war ich ich in der suedlichen Todenstadt und im Al Azhar Park, einer wunderschoenen Gruenoase ostliche der Al Azhar Komplexes.




Guesse








Sonntag, 1. Juni 2008

Achlan

Gruesse aus Al Qahira der, nicht nur der Starken, sondern auch Vielgesichtigen.
Zu Eurer Beruhigung, nein ich wurde bisher weder auf dem Sklavenmarkt verkauft, noch bin ich gevierteilt und zerstueckelt worden, noch bin ich von der Blechlawiene, die sich taeglich durch Kairo quaelt ueberrollt worden. Das letztere waere allerdings noch am realistischen. Aber ich kaempfe mich also wacker durch das alltaegliche Chaos dieser Stadt, das fuer sich schon alleine ziemlich faszinierend ist. Ich sag nur, das ist gelebte gelebte Anarchie. Die paar Verkehrspolizisten an fast jeder Kreuzung machen da das Kraut auch nicht mehr fett, sondern verstaerken das Durcheinander eher noch mehr.
Was ich schon fast erwartet ist eingetreten. Jeden Tag den Blog zu aktualisieren wird nicht drin sein. Das duerfte sich vermutlich auch nicht in den naechsten Wochen gross aendern und ist vielleicht auch gar nicht sinnvoll, will ja nicht die ganze Zeit vor dem eh schon langsamen Rechner sitzten, bin ja im Urlaub (,.
Die letzten Abende war ich auch nach Ausfluegen zwar nicht ueberrollt, wohl aber ziemlich erschlagen. Zum einen durch die ganzen Reize, die ploetzlich einstroemten /stroemen anderseits durch das bestaendige warme Klima. Es geht eigentich nie unter 30. C. Das find ich ganz angenehm, es haut mich aber auch um. Also war nach den Touren, erstmal eine jeweils ausgedehnte Siesta angesagt und anschliesend dann noch ein abendlich Ausritt, um noch was zwischen die Kiemen zu bekommen.
Ich besuchte bereits Altkairo und die dort lebenden Kopten in Mar Girgis. Samstags war ich dann das erste Mal in Isalamischen oder offiziel gesprochen fatimidischen Stadteil Kairos. Ein riesiges Viertel, wo ich nicht zum letztenmal gewesen sein werde. Davon aber spaeter, mir rauschte gerade naehmlich der Rechner ab, war eigendlich schon viel weiter. Leider gelang es mir (noch) nicht ein paar Photos hochzuladen. Bei den Muehlen hier vor Ort wird das auch nicht klappen.
Ihr hoert in den naechsten Tagen wieder von mir mit, inshallah, einigen Photos.
Maasalama Leila Saida!

Mittwoch, 28. Mai 2008

Angekommen!



Gruesse aus Al Qaira (Der Starken). Der fruemorgendliche Weg wurde dadurch erleichtert, dass ich freundlicherweise in Muenchen naechtigen konnte.Der heisse Vortag ermoeglichte wunderbar sich im Vorab zu aklimatisieren. Heute duerfte die Temperatur hier zwischen30 und 35 warbetragen haben gewesen sein. Abends duerften es immer noch um die 25 C sein.

Der der Flug lief problemlos, wenn uns anfangs der Wind etwas durchgeschuettelt hat. Das wurde spaeter durch einen wunde den wolkenfreien Blick auf die Ueberfluggebiete belohnt. Leider hatte ich keinen Foto zur Hand. Doch wie konnte ich ahnen, dass mir ein fantastischer Fensterplatz eine Blick auf die schneebedeckten Berge der Ostschweiz, en Peleponnes und auf die Auslaeufer der Lybischen Wueste in Unteraegypten bietet. Der Transpher vom Flughafen nach Kairo Downtown war etwas muehsam, da ich lange keinen passende Fahrgelegenheit fand, doch jetzt bin ich wo ich sein will. Erste Tuchfuehlung mit einer weiteren Stadt die niemals schlaeft nahm ich auch schon auf. Davon aber spaeter.

Dienstag, 27. Mai 2008

As-Salāmu `Alaykum السلام عليكم



Ich grüße Euch – im Norden, wie im Süden, im Westen, wie im Osten!

Vor nunmehr vielen Jahren reiste ich das letzte Mal durch den Nahen Osten. Vor zehn Jahren besuchte ich teils alleine, teils mit anderen, Ägypten, Jordanien, den Libanon sowie Israel und Palästina.

Seither haben sich die Städte und Orte verändert. Aber auch ich und Ihr seid älter geworden. Seit dieser Zeit habe ich gelernt und gewonnen – vergessen und verloren.

Für mich wird es Zeit mich wieder auf die Reise zu begeben. Neue Erfahrungen zu sammeln, alte Denkmuster aufzubrechen und offen für Neues zu werden.

In den nächsten sechs Wochen werde ich zu Beginn durch Ägypten reisen. Dabei ich konzentriere mich vor allem auf Kairo. So weit es die Zeit zulässt werde ich auch Alexandria besuchen. Anschließend werde ich über den Sinai, von dort mit der Fähre über den Golf von Aqaba nach Aqaba (Jordanien) und über Amman nach Damaskus (Dimasq) der 4000 Jahre alten Hauptstadt Syriens reisen. In Damaskus werde ich mich einige Zeit bleiben und, je nach Zeit, die alte Handelsstadt Aleppo (Halap), die antike Ruinenstadt Palmyra und ein altes Kloster Mar Musa besuchen Zurück in Amman werde ich weiter nach Israel reisen. Dort werde ich mich vor allem in Jerusalem und Tel Aviv aufhalten und alte Kontakte wieder erneuern, wo erneuerbar.

Ich versuche Euch über meine Reise am Laufenden zu halten. In wie weit dies mir gelingt bleibt abzuwarten. Möglicherweise bin ich ereignisbedingt wie auch klimatisch oft genug einfach nur ‚erschlagen’ - wir werden sehen.

Ich kenne euch aus ganz verschiedenen Zusammenhängen. An Euch bin ich gewachsen und wachse weiter. Darüber freue ich mich und sage einfach danke und wünsche Euch Frieden!

Im diesem Sinne

Das Tor zum Orient öffnet sich

Die Reise beginnt

-Inshallah!-